Module und Beschleuniger


Wer IoT Austria kennt, weiss, was am Monatsbeginn kommt – dank unserer Freunde bei OEMSecrets bringen wir frische Informationen aus dem Bauteilmarkt.

Klassische (Rüstungs-)Elektronikdistributoren expandieren in Richtung “Consumerprodukte” - bei Farnell und Co bekommt man mittlerweile auch Equipment für PCs, während Rapid in Richtung Werkzeug ausbaut.

Auswirkungen in den Suchergebnissen

In unseren Suchergebnissen wirkt sich dies insofern aus, als der Raspberry Pi 3 B extremes Interesse verursacht – der Nachfolger B3+ bietet zwar bessere Leistungsdaten, dürfte ob der geringeren Unterstützung (Stichwort Android Things) weniger beliebt sein. XILINX mischt mit der A-U200-P64G-PQ-G-Beschleunigerkarte den Machine Learning-Markt auf. Das rund 7500€ teure Modul verspricht immense Geschwindigkeitssteigerungen auch gegenüber GPUs.

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Das ist KEINE Grafikkarte!

Designkosten sparen

Elektroniker waren seit jeher teuer: steigende Zertifikationsanforderungen lassen die Verwendung fertiger Module attraktiv erscheinen. TI bietet mit dem LMZM33603 einen Stepdown-Schaltregler an, der eine geschirmte Spule und diverse andere Nettigkeiten mitbringt. Octavo Systems bringt eine ganze Gruppe von SoCs, die – zwar als BGA – diverse Microcontrollersysteme auf ARM8-Basis integrieren und so Designkosten sparen.

Octavo hilft Entwicklern mit einem Raspberry Pi-artigen Evaluationsboard

Microchip King of the Hill

Im Bereich der Microcontroller bleibt Microchip King of the Hill, STM gewinnt mit einem STM8 allerdings einen Achtungserfolg. Interessant ist, dass Entwickler an ihren Designentscheidungen festhalten – IO-Erweiterungschips erfreuten sich diesen Monat ebenfalls erheblicher Beliebtheit.

Dahinter steckt die Idee, dass die Kosten für eine Neuentwicklung mit einer anderen Architektur die eines Erweiterungschips weit übersteigern: auch hier ein Hinweis darauf, dass Elektroniker “in demand” sind.

Nordic Semiconductor offeriert stromsparende Funkmodule, die beim Einsammeln von Messdaten wertvolle Dienste leisten. Die verschiedenen Evaluationskits sind nach wie vor Dauerläufer – wer sich zwei nRF52840 Dongle kauft, spart gegenüber den größeren Versionen Geld und kann trotzdem nach Herzenslust experimentieren.

Die Kondensatorsache bleibt heiß: wer Murata verwendet, hatte auch im Oktober keine gute Zeit. Aus Sicht des Autors sind die Lehren für die Zukunft einfach: Murata raus, Taiyo Yuden (Sonnen-Dielektrikumsgesellschaft) rein.

Kurz gefasst: es ist eine gute Zeit, um Elektroniker zu sein. Fertige Module sparen einerseits Arbeit, und weisen andererseits auf Mangel an Designern hin…

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Autor


Der in der Slowakei lebende Tam Hanna leitet die ebenda ansässige Tamoggemon Holding k.s. Dieses Unternehmen beschäftigt sich mit Consulting, Anwendungsentwicklung und dem Verfassen von Fachtexten für die IT-Industrie. Seit 2004 liegt der Schwerpunkt von Tams Tätigkeit im Bereich der Mobilcomputer. Er verfolgt die Industrie seit dem Palm IIIc und ist außerdem in diversen Magazinen und auf einigen Kongressen zu sehen.

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