Komponentennetzwerke sparen Platz

Wer Prozessrechner entwirft, kennt das Problem mit Sicherheit: auf der BoM findet man eine große Menge identischer Komponenten. Neben den Kosten stellt sich das Problem der Pick-and-Place-Zeit: der Zusammenbau-Dienstleister verrechnet pro Bauteil. Bauteilnetzwerke helfen dabei, diese Kosten zu senken.


Panasonics XXX

Ein eher klassische Vertreter wäre Panasonics XXX, das in mehreren Konfigurationen angeboten wird. Die ICs kombinieren dabei 2,4 oder acht Widerstände mit dem selben Wert in einem Gehäuse, das sich mit einer einzigen Pick-And-Place-Operation an seinen Platz bringen lässt.

Ein netter Sonderaspekt des Bauteils ist, dass Panasonic im Bereich des Schaltungsnetzwerks zwei Arten anbietet. Abbildung eins zeigt, dass sich Pull-Ups oder Pull-Downs bequem realisieren lassen, wenn die Verschaltung des einen Endes schon im IC erfolgt.

Widerstandsnetzwerke sparen Aufwand und Platz auf der Platine.

Und jetzt, in Ferrit!

Widerstände sind nicht das einzige Bauteil, dass die moderne Halbleiter-und Komponenten-Industrie in Form von Netzwerken anbietet. Von Laird bekommen wir das DA1206C121R-10, das mehrere Ferritkerne in einem gemeinsamen Gehäuse zusammenfasst.

Auch hier gilt, dass sich die Einsparungen aus den reduzierten Pickentplaces-Kosten ergeben. Zudem sind die Netzwerke im allgemeinen leichter als ihre „einzelverpackten“ Kollegen.

Lohnt es sich?

Außer Frage steht, dass die Widerstandsnetzwerke wesentlich weniger Platinenplatz benötigen. Allerdings gibt es in der Halbleiterindustrie so gut wie nie Silberkugeln. Das wichtigste Problem ist die Frage nach der Verfügbarkeit: auch wenn OEMsecrets beim Aufspüren von „Beständen“ hilft, hilft das nichts, wenn der Hersteller das jeweilige Bauteil abkündigt.

Zudem ist es - denkt an entlegene Gebiete - oft einfacher, einzelne Widerstände zu finden. Das Auftreiben eines spezifischen Netzwerks in einer Gefechtszone wäre eine alles andere als lustige Aufgabe.

Ob sich Komponentennetzwerke immer lohnen, ist schwierig. Einerseits benötigen die Hersteller zur Fertigung eines Widerstandsnetzwerks wesentlich weniger Rohstoffe. Andererseits sorgen die geringeren Mengen dafür, dass Skalierungseffekte weniger stark eintreten. Zu guter Letzt gibt es bei Hochfrequenz-Aufgaben auch das Risiko, dass es über das gemeinsame Substrat zum „Übersprechen“ kommt.

Fazit

Kurz gefasst: Netzwerke sind ein wunderbarer Weg, um Platz und Gewicht sowie Pick and Place-Kosten zu sparen. Wie so oft in der Elektronik gibt es auch hier einige “ Haare“ - lasst das Gehirn beim Komponentenkauf also immer eingeschaltet.

Autor


Der in der Slowakei lebende Tam Hanna leitet die ebenda ansässige Tamoggemon Holding k.s. Dieses Unternehmen beschäftigt sich mit Consulting, Anwendungsentwicklung und dem Verfassen von Fachtexten für die IT-Industrie. Seit 2004 liegt der Schwerpunkt von Tams Tätigkeit im Bereich der Mobilcomputer. Er verfolgt die Industrie seit dem Palm IIIc und ist außerdem in diversen Magazinen und auf einigen Kongressen zu sehen.

Aktuell bleiben mit Tam Hanna. Folge ihm jetzt auf Instagram oder Twitter.