Organisation geht auch anders!

Interview mit Christine Kipke und Thomas Gregorn über die Open Organization bei Tele Haase in Wien.

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Ihr habt keine Hierarchie in Eurer Organisation – das ist in Österreich doch wohl eher einzigartig. Wie ist es dazu gekommen, daß TELE die Hierarchie abgeschafft hat?

[Christine] Unser Geschäftsführer, Christoph Haase, hat sich dieses Konzept bereits 2011 überlegt. Es war auch für uns Neuland – wir mußten uns da schrittweise erst an dieses Thema herantasten. Es gab zu diesem Zeitpunkt nicht sonderlich viele Referenzprojekte auf die wir uns beziehen konnten.

Hat diese Umstellung von Anfang an klaglos geklappt? Ich würde erwarten, daß so ein radikaler Ansatz nicht vom ersten Tag an sofort klappt.

[Christine] Natürlich – es gab viele unterschiedliche Herausforderungen. Es hing dabei vom einzelnen Mitarbeiter ab, wie er damit umging. Und es war ein kontinuierlicher Prozess, den wir schrittweise dann vorangebracht haben.

Das kann ich mir gut vorstellen. Es klingt nach einer großen Aufgabe. Wie lange hat denn die ganze Umstellung gedauert?

[Christine] Wir hatten so ca. 2 Jahre Vorbereitungszeit. Live gegangen sind wir mit dem Organisationsteam ca. Februar 2013.

Sehr spannend! Für so eine radikale Veränderung in einer Organisation ist das keine lange Zeit…

Aber um auf das Thema IoT zu sprechen zu kommen – welche Aktivitäten plant Ihr denn in dem Bereich?

[Christine] Innovation und neue Gedanken sind uns sehr wichtig. Wir kooperieren zum Beispiel mit dem StartUp twingz, welches ein neuartiges intelligentes Energiemanagement System designt hat. Mit Hilfe einer App kann man den Stromverbrauch zuhause optimieren – man erhält genaue Daten wo welcher Stromverbrauch wann anfällt. Diese Daten werden dabei über Funk kommuniziert – eine separate Verkabelung ist nicht notwendig.

In manchen Haushalten konnten da bis zu 40% des Stromverbrauches eingespart werden – doch ein ziemlich beträchtlicher Betrag!

In diesem Projekt produzieren wir hierbei die Hardware – obwohl wir aber in anderen Projekten durchaus auch die Software erstellen.

Thomas – eine Frage an Dich: Was beschäftigt Dich als ein Mann der Produktion gerade?

[Thomas] Wir stellen uns intensiv solche Fragen wie „welche Kommunikationsmodule braucht in Zukunft die Steuertechnik einer Betriebsanlage?“

Unsere Entwicklung beschäftigt sich sehr intensiv mit diesen zukünftigen Anforderungen – beispielsweise den Auswirkungen auf den Markt oder was wird benötigt, welche Standards sind gerade am kommen und welche Anbindung und Schnittstellen müssen unsere Geräte beherrschen oder welche Funktionalitäten müssen wir zukünftig vorsehen, damit die Bedürfnisse unserer Kunden optimal befriedigt werden.

Zum Beispiel das klassische Überwachungsrelais, welches derzeit massenhaft in den Produkten eingebaut ist, wird in der Zukunft nicht ewig bestehen. Da gibt es mittlerweile schon sinnvollere Module, die man schnell verbauen kann.

Wo siehst Du die großen Herausforderungen im IoT Bereich aktuell?

[Thomas] Ein großes Thema derzeit ist bei uns als Systemlieferant gerade eben eine gemeinsame Schnittstelle zu finden, über die alle unsere Geräte miteinander kommunizieren – und dann aber auch Daten direkt mit Komponenten anderer Anbieter austauschen – können. Beispielsweise muß ein Motor einer Antriebstechnikfirma mit unserem Steuergerät kommunizieren und wir wiederum mit der dahinterliegenden zentralen Datenbank. Derzeit funktioniert dies noch nicht optimal von Haus aus. Es ist für uns also wichtig den übergreifend passenden Standard zu finden.

Was uns in dem Bereich also weiterhelfen könnte, wären also Kooperationen mit Partnern wie Euch, welche bereits intensive Erfahrungen mit zB Kommunikations-Standards hat.

[Christine] Diesen Punkt würde ich auch gerne unterstreichen. Wir sind immer auf der Suche nach Kooperationspartner, mit dem wir unsere Kenntnisse und Erfahrungen austauschen können – und auch welche technischen Lösungen es gibt für gerade konkret anstehende Probleme.

Das ist ein Bereich wo wir von der IoT Austria sehr stolz sind - unsere Projekte basieren ja ausnahmslos auf offener Hard- und Software. Das ist eben genau eines der Vereinsziele, daß wir in der Verbreitung dieser Open Standards unterstützen wollen.

Die IoT Austria hat mittlerweile auch ein recht großes Kontaktnetzwerk, mit dem wir gerne etwaige Kooperationspartner unterstützen.

Zum Beispiel gibt übrigens auch die Möglichkeit, daß die IoT Austria für Firmen IoT Workshops organisiert, wo wir versuchen geeignete Technologie Experten zu finden, mit denen dann etwaige anstehenden IoT bezogene Themen diskutiert werden. Falls wir unterstützen können – bitte also gerne melden!

[Thomas] Gerne!

[Christine] Da gäbe es sofort eine Sache. Bei TELE haben wir „Challenge us“, eine modulare Lösungsentwicklung. Unter diesem Namen bieten wir als Tele anderen Unternehmen an, Ihre Technologie zu verstehen und für Sie genau die Lösung zu entwickeln, die Sie brauchen, mit den Funktionen, die sie sich vorstellen und zu dem Preis, der für Sie passt. Auf Basis unserer modular aufgebauten Entwickler-Plattform lösen wir auch komplexe Problemstellungen zeitnah, standardisiert und skalierbar. Unsere Spezialisten stimmen die Hard- und Software auf Ihre branchenspezifischen Bedürfnisse ab – wenn nötig, integrieren wir auch Partnerkomponenten in die Lösung. Da ist es gut zu wissen, daß wir einen verlässlichen Kooperationspartner an unserer Seite haben!


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