(Beitrag unseres Mitglieds Maga rer. nat. Biology Astrid Achatz)

Alle zwei Jahre ein neues Smartphone?

Wir wollen selbstverständlich die Vorteile der neuesten Technologien nutzen – doch die schnelle Entwicklung der elektronischen Innovationen hat auch Schattenseiten: EU-weit stellt der Elektroschrott mittlerweile den am stärksten wachsenden Abfallstrom dar. Von diesem werden nur etwa 40 Prozent einem Recycling zugeführt – was neben der Vergeudung wertvoller Ressourcen durch die im Elektroschrott enthaltenen Schadstoffe wie Cadmium, Blei oder Quecksilber und Treibhausgase eine Belastung für Umwelt und Klima darstellt.

Im Sinne der Nachhaltigkeit und zum Schutz der Umwelt müssen wir versuchen, unsere lineare Art zu wirtschaften in möglichst geschlossene Kreisläufe überzuführen. Vorbild ist dabei die Natur: hier gibt es nur Stoffkreisläufe, die in allen Stadien unterschiedlichen „Konsumenten“ zu Gute kommen: so wird die Laubstreu im Wald von zahlreichen bodenlebenden Organismen verwertet, deren Ausscheidungen wiederum zu Humus werden, dessen Mineralstoffe wieder von den Pflanzen genutzt werden. Wie aber können wir eine Kreislaufwirtschaft im Elektro- und Elektronikbereich umsetzen? Zunächst ist es wichtig, die Produkte bestmöglich zu kennen. Das bedarf zunächst einer Betrachtung des gesamten Lebenszyklus (LCA = Life Cycle Assessment), was nicht nur die Herkunft der verbauten Materialien einschließt, sondern auch die Produktionsbedingungen sowie die Transportketten. Das zweite wesentliche Element um die Nachhaltigkeit eines Produkts zu erfassen, stellt das Design dar. Dieses entscheidet nämlich maßgeblich über die Produktlebensdauer, z.B. durch Faktoren wie Reparierbarkeit, die Möglichkeit nachträglicher Erweiterungen bzw. über ein möglichst sortenreines Recycling am Ende des Lebenszyklus. Alle diese kreislaufwirtschaftlich relevanten Aspekte sollten in einem Dokument, idealerweise einem digitalen Produktpass abgebildet werden. Dieses vielzitierte Nachhaltigkeits-Feature, das für mehr Transparenz hinsichtlich der Nachhaltigkeit unserer Konsumgüter sorgen könnte, existiert bislang jedoch nur auf dem Papier. Zu komplex ist die Vielfalt an zu betrachtenden Faktoren und seitenlange Lebenszyklus-Analysen sind für einen Produktvergleich in der Praxis unbrauchbar. Eine Möglichkeit zur Bewältigung der unzähligen Parameter und zur laufenden Erfassung neuer Geräte-Generationen, könnte hierbei AI darstellen.

Seit einem Jahr etwa beschäftigt sich eine kleine Gruppe von am Thema Interessierten in der IoT Austria damit, wie Elektronik, IoT und „Smart Devices“ nachhaltiger gemacht werden können – ein Gütesiegel soll entstehen, dass sowohl Konsumenten informiert als auch Hersteller sensibilisiert. Nun sind wir der konkreten Umsetzung dieser Idee einen Schritt näher gekommen – schon in Kürze könnte es ein einschlägiges IoT-AI-Green Kombi-Projekt geben, mit welchem wir tatsächlich einen konkreten Impact für nachhaltige Elektronik erzeugen könnten.